Wer isst Shampoo?

„Bring doch mal eben schnell ein Feuchtigkeitsshampoo mit“. Was zum Teufel ist ein Feuchtigkeitsshampoo? Aber ich ahne, worauf es hinausläuft: „Mal eben schnell“ ist ebenso glaubwürdig wie „Die Eurokrise ist im Griff“. Und über dem Drogeriemarkt, der gerne mal mit dem Goethe-Zitat: „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ wirbt, müsste eher Dantes Überschrift über der Hölle stehen: „Der du hier eintrittst, lass alle Hoffnung fahren“, denn das Feuchtigkeitsshampoo versteckt sich in einem Regal, in dem mehr Shampoosorten stehen, als die UNO Mitgliedsstaaten hat. Vor allem: Will irgendjemand sein Haarwaschmittel essen? Mango-Ananas-Zitrone steht da neben grünem Apfel mit Ginseng (war das nicht was für Alte, die ihr Gedächtnis verloren haben). Und wer noch nicht ausgeschlafen hat, der nehme ein Grüntee-Schwarztee-Gemisch oder gleich die Koffein-Dröhnung, wobei es dieses Shampoo komischerweise nur für Männer gibt. Ich vermute aber, dass das unverkäuflich ist, denn die John Waynes dieser Erde kennen zwar den aktuellen Punktestand ihrer Lieblingsmannschaft und wissen auch, wer in der Meisterschaft 1978/79 das entscheidende Tor schoss, aber 899 Shampoos in 250 Quadratmetern Regal – das haut den stärksten Vollbartträger um.

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